Was Heilung braucht

Vielen Menschen kann ich helfen, aber manchen auch nicht. So sehr ich mir auch Mühe gebe, forsche, denke, fühle..... manches ist nicht abänderlich oder nicht an der Zeit. Heilung braucht auch den richtigen Zeitpunkt. Heilung kann man nicht machen und nicht erzwingen, so sehr man sich das auch wünscht.

Veränderung braucht eine Energie, einen Raum und die passende Zeit. Als Therapeutin stelle ich den Raum (meine Praxis), und meine Energie (meine Erfahrung, mein Wissen, meine Intuition) zur Verfügung. Oft, und das ist das Schöne daran, passt auch der richtige Zeitpunkt, in dem jemand zu mir kommt. Dann sind die Bedingungen perfekt und alles läuft rund. Passt der Zeitpunkt nicht, bewegt sich nichts - es gibt keine Veränderung. Körperliche Beschwerden sind oft so sehr mit der Psyche verknüpft, dass es seine Zeit dauert bis sich auch das psychische Thema gelöst hat. Auf der körperlichen Ebene und mit der Behandlung kann ich den Menschen zwar entlasten und unterstützen, aber das zugrunde liegende Problem muss trotzdem angesehen werden, um nachhaltige Heilung zu erfahren. Und diese passiert zur richtigen Zeit.

 

Heilung braucht Kraft, Raum und Zeit

 

Der Psoasmuskel und Stress

Der Psoasmuskel besteht aus aus drei Anteilen, dem m.iliacus und dem m.psoas major und minor. Auf deutsch heißt er Hüftbeuger oder Lendenmuskel und man gebraucht ihn hauptsächlich, um ein Bein nach vorne und oben anzuheben. Außerdem ist er ein wichtiger Beckenmuskel und wird für die gesamte aufrechte Statik im Körper gebraucht. Er verläuft von der oberen Innenseite des Oberschenkelknochens diagonal durch den Bauchraum nach hinten zu den Lendenwirbeln und dem untersten Brustwirbel.

 

Seelisch steht er  im Zusammenhang mit Stress und Anspannung. Der Psoasmuskel reagiert in Stress- und traumatischen Situationen, da er für den Menschen einer der wichtigsten Muskeln zum Laufen ist. Bei Gefahr dient er uns zur Flucht oder zum Kampf und spannt sich an. Permanente Stresssituationen im Berufs- oder Privatleben wirken sich in einer vermehrten Spannung auf den Psoas aus, so dass dadurch verschiedene Schmerzen in Bauch, Rücken und Beinen ausgelöst werden können. Er verkürzt sich insbesondere auch durch langes Sitzen.

Einige seiner Fasern strahlen in das Zwerchfell ein und seine Spannung wirkt sich somit auf die Atmung aus. Ist der Psoas verkürzt zieht er das Zwechfell nach unten und man kann nicht mehr so gut ausatmen, weil sich das Zwechfell beim ausatmen nach oben bewegen muss. Energetisch wird der Psoas über den Nierenmeridian versorgt. Die Nierenenergie steht für unsere Lebenskraft und Vitalität. Wenn wir lange in einem Stresszustand sind, ist irgendwann die Energie erschöpft und wir fühlen uns wie in einem Schwächezustand. Der Nacken- und Schultermuskel Trapezius ist ebenfalls mit der Nierenenergie verbunden, so kommt es dass wir in Angst und Anspannung die Schultern nach oben ziehen, außerdem versuchen wir und so vor Gefahr zu schützen. Beide Muskeln, der Psoas und der Trapezius reagieren in Zusammenhang mit Angst, Stress, Flucht, Gefahr, aber auch bei Beziehungsthemen und emotionalem Druck.

 

Bei Rücken-, Becken-, Bauch- oder Nackenschmerzen, sowie Schmerzen in den Beinen und Problemen mit der Verdauung lohnt es sich die Psoasmuskelgruppe von einem erfahrenen Therapeuten untersuchen zu lassen und uns die Bereiche des Lebens anzusehen, die uns beunruhigen, belasten und stressen.

"Dig on" - "Grabe weiter"

William G. Sutherland (1873-1954)
William G. Sutherland (1873-1954)

Bei meiner Arbeit bin ich oft fast besessen davon, das Problem zu lösen. Wenn jemand mit Beschwerden zu mir kommt, dann gibt es eine Vielzal von möglichen Ursachen für die Beschwerden und auch eine Vielzahl von möglichen Behandlungsweisen. Um so effizient wie möglich zu behandeln, und das bedeutet für mich, das Problem so schnell wie möglich zu lösen, bedarf es einer genauen Diagnose. Die Diagnose kann schon einiges an Zeit und Mühe beanspruchen und dafür braucht man eine ausgeprägte Detailhaftigkeit und einen Geist von "es wissen wollen".

William Garner Sutherland (geb. 1873), einer der Osteopathie Gründerväter, hatte als Leitmotiv seines Lebens: "Dig on!", das bedeutet "Grabe weiter!". Er wuchs im Mittleren Westen auf dem Land bei Wisconsin auf und half, wie alle anderen Kinder, bei der Feldarbeit. Sein Vater ließ die Kinder die Kartoffeln ausgraben und wenn sie fertig waren, sagte er zu ihnen:"Dig on!" Also, "grabt nochmal". Und jedesmal wenn sie noch einmal gegraben haben, haben sie wieder Kartoffeln gefunden. Das übertrug er auf seine spätere Arbeit und begründete mit seinem sorgfältigen und hartnäckigen Suchen die Craniale Osteopathie.

Oft meine ich in der Diagnose zuviel Zeit gebraucht zu haben, aber jetzt gerade fühle ich mich William Sutherland sehr nahe und ich fühle, dass es sich lohnt zu graben, zu forschen, zu lauschen, zu probieren und zu verwerfen und wieder noch und noch einmal zu graben! Ich weiß nie, ob meine Behandlung erfolgreich sein wird, aber die Erfahrung zeigt, dass sich meine Detailhaftigkeit auszahlt. Das macht mich gerade ganz friedlich!

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Ist das Knacken schädlich?

Silhouette von Mensch mit Knochen
Wirbelsäule

Viele machen sich Sorgen wenn es hier und da in ihrem Körper knackt und fragen mich dann, ob das schädlich ist.

Knacken ist nicht gleich Knacken. Wenn man aufmerksam den Knackgeräuschen in menschlichen Körper lauscht, dann stellt man fest, dass es eine ganze Reihe unterschiedliche Geräusche gibt. Auch die jeweiligen Körperempfindungen dazu sind verschieden. Grob unterscheiden kann man in "gut anfühlendes" und "schlecht anfühlendes" Knacken. Nach einem "guten" Knacken hat man ein freieres Gefühl als vorher. Dann hat sich z.B. eine Wirbelblockade oder ein Iliosakralgelenk gelöst. Nach einen "schlechten" Knacken hat man Schmerz oder ein Blockadegefühl oder das Gefühl, das etwas verrutscht ist.

 

Wenn sich eine Wirbelblockade löst und man danach ein freieres Gefühl als vorher hat, dann hat sich ein Facettengelenk des Wirbels gelöst. Alle Wirbel (außer die zwei obersten an der Halswirbelsäule) sind mit jeweils zwei Facettengelenken miteinander verbunden. Ist ein Wirbel blockiert hängt seine Gelenkfläche an der Gelenkfläche eines Wirbels über ihm oder unter ihm, fest. Diese Gelenkflächen kleben sozusammen zusammen, wie zwei feuchte Glasscheiben, die aneinander haften. Zwischen den Flächen herrscht ein Unterdruck und wenn sich dieser löst, gibt es ein Knackgeräusch.

 

Generell bedeutet mehrfaches Knacken oder auch Knirschen im Hals, dass etwas im Körper nicht stimmt. Auf Dauer führen diese Störungen zu Gelenkabnutzungen, muskulärem Ungleichgewicht und Schmerzen. Es ist dabei aber nicht unbedingt das Knacken, was schädlich ist, sondern dass sich die Fehlstellung immer wieder einschleicht. Die Ursache für diese Fehlstellungen muss gefunden und behoben werden. Auch das Knacken beim "Einrenken" z.B. beim Orthopäden ist nicht schädlich sofern es fachgemäß ausgeführt wird. Tauchen die Beschwerden und Blockaden aber immer wieder auf, sollte man einen anderen Behandlungansatz wählen.

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Ab 2015 reduziert die Techniker Krankenkasse die Erstattung von Osteopathiebehandlungen

Bisher hat die Techniker Krankenkasse sechs Behandlungen im Jahr zu jeweils max. 80% und max. 60€ pro Behandlung an den Patienten zurück erstattet.


Ab 01.01.2015 gibt es eine Änderung: Es werden nur noch max. drei Behandlungen im Jahr zu max. 40€ erstattet.


Die bisherigen Voraussetzungen bleiben bestehen:

- man braucht für die Erstattung ein Privatrezept oder eine formlose Bestätigung von einem Arzt.

- der Therapeut muss eine Ausbildung über 1350 Unterrichtsstunden vorweisen


Wer die Leistung von diesem Jahr also noch nutzen möchte, kann diese bis Ende Dezember 2014 in Anspruch nehmen.

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